Akupunktur - Therapie
Akupunktur, das Stechen in bestimmte empfindliche Körperpunkte mit feinen Nadeln, ist ein Teilgebiet der
Chinesischen Medizin, das in Europa einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. In China behandelt man seit
mehr als 2000 Jahren die verschiedensten Krankheiten mit Akupunktur. Akupunktur soll das gestörte Gleichgewicht
des erkrankten Menschen, seine Yin- und Yangkräfte (Schatten und Licht) stimulieren und die Grundenergie Qi
positiv stärken.
Nach dem der Arzt oder Therapeut die Ursachen des Leidens erkannt hat, kann er den Patienten behandeln. Für
eine Akupunkturbehandlung liegt der Patient entspannt auf einer Liege. Die zu behandelnden Akupunkturpunkte
können dicht am Krankheitsherd liegen, aber auch entfernt an bestimmten Punkten der Arme und Beine oder der
Ohren. Die langen feinen Akupunkturnadeln werden durch drehende, hebende und senkende Bewegungen fast
schmerzfrei in die betreffenden Akupunkturpunkte gestochen und verbleiben dort eine Weile. Der Patient fühlt
Wärme, eventuell ein Ziehen oder Kribbeln an der Einstichstelle. Die Chinesen sagen dazu „De-Qi-Gefühl“.
Bei akuten Beschwerden kann täglich akupunktiert werden, bis die Beschwerden nachlassen. Das geschieht in der
Regel nach drei bis sechs Sitzungen.
Es gibt verschiedene Formen der Akupunktur, für die Ärzte sich ausbilden lassen können. Die klassische
Körperakupunktur nutzt alle Akupunkturpunkte auf den so genannten 12 Hauptmeridianen. Diese stehen mit den
Fu- und Zang-Organen in Verbindung, außerdem mit den Extremitäten und Gelenken. Die Fu-Organe sind alle
Hohlorgane wie Gallenblase, Därme, Magen und Blase. Die Zang-Organe sind die Speicherorgane Herz, Leber,
Milz, Nieren und Lunge.
Bei der Ohrakupunktur projiziert man bestimmte Körperregionen auf Punkte am Ohr. Dasselbe geschieht bei
der Schädelakupunktur, die bestimmte Körperregionen auf Punkten am Schädel abbildet. Schmerzhafte Zonen
an der Muskulatur werden mit der Triggerpunktakupunktur behandelt.
Nebenwirkungen bei den verschiedenen Formen der Akupunktur treten kaum auf. Einige Patienten haben vorübergehende
Kreislaufbeschwerden oder eine kurzzeitige Verschlimmerung ihrer Beschwerden, die ein Zeichen dafür sind,
dass sich der Körper mit der Behandlung und Reizung der erkrankten Regionen auseinander setzt. Nicht alle
Krankenkassen sind bereit, für Akupunkturbehandlungen zu zahlen, obwohl die Wirksamkeit längst erwiesen,
die Behandlung schonend ist und so mancher operative Eingriff, der das Gesundheitswesen mehr belastet,
erspart bleiben würde. In Deutschland praktizieren 45000 ausgebildete Ärzte und 4000 anerkannte Heilpraktiker
Akupunktur. Sie wird eingesetzt in der Orthopädie, der Neurologie, der Pulmologie, bei psychischen bzw.
psychosomatischen Erkrankungen, bei Allergien und Hautkrankheiten, in der Gynäkologie, im Bereich der
Hals-Nasen-Ohren- Erkrankungen und bei Augenerkrankungen.
(Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/1382/)
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