Autogenes Training
Autogenes Training ist eine anerkannte Entspannungstechnik, die auf
Autosuggestion beruht. Diese Entspannungstechnik ist geeignet, Stresssymptome und
psychosomatische Begleiterkrankungen zu behandeln. Der Vorteil des autogenen Trainings ist,
dass es selbständig durchgeführt werden kann. Die Wirksamkeit der Entspannungsübungen ist
durch unterschiedliche Studien nachgewiesen.
Anwendungsgebiete
Die individuellen Zustände, die für den Einsatz autogenes Trainings sprechen reichen von
Schlafstörungen, nervösen Verspannungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Bluthochdruck,
Angstsymptomen oder Verdauungsstörungen bis hin zu begleitender Therapie bei Suchtentwöhnung
und psychischen Ausnahmezuständen. Besonders bei körperlichen Indikationen sollten vorab
Organerkrankungen ausgeschlossen worden sein.
Das Erlernen der Übungen
Meist in Gruppensitzungen werden die Übungen zum autogenen Training unter Anleitung erlernt.
Dabei stehen dem Interessenten geschulte Psychologen, Ärzte oder andere Fachleute lehrend und
begleitend zur Seite. Seit einigen Jahren stehen auch Möglichkeiten des autodidaktischen
Erlernens der Entspannungsübungen zur Verfügung. Die Anleitungen dazu werden in verschiedenen
medialen Formen angeboten, beispielsweise Bücher, DVD oder auch CD. Wer ohne fachliche Anleitung
das autogene Training erlernt, muss sich strikt an die Anleitungen halten, um falsche Effekte zu
vermeiden.
Je mehr ein Mensch zu krankhaften psychischen Störungen neigt, desto geringer ist die Fähigkeit,
Übungen des autogenen Trainings zu erlernen.
Wirkungsprinzip
Autogenes Training ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern reicht in seinen Wurzeln bis in
die Zeit des frühen Altertums zurück. Schon damals haben Gelehrte erkannt, dass Menschen in der
Lage sind, durch die Kraft der eigenen Vorstellung tiefe Entspannungszustände herbeizuführen.
Im deutschsprachigen Raum hat Johannes Heinrich Schultz Entspannungstechniken entwickelt, die
1932 in seinem Buch "Das autogene Training" der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die
Vorstellungskraft der meisten Menschen ist geeignet, erwünschte Wirkungen hervorzurufen.
Durch das Verinnerlichen möglichst konkreter Vorstellungen in Form von kurzen Formeln und
inneren Bildern können körperliche Reaktionen erzeugt werden.
Im Umkehreffekt kann durch die konzentrierte Vorstellung eines Zustandes auch dessen körperliche Voraussetzung herbeigeführt werden. Beispielsweise ist es möglich, Müdigkeit dadurch zu erreichen, in dem man sich selbst intensiv vorstellt, wie man schläft.
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