Kneipp - Therapie
Die Kneipp-Therapie ist ein komplexes Behandlungssystem, das Mitte
des 18. Jahrhunderts von dem deutschen Geistlichen Sebastian Kneipp zusammengestellt
wurde.
Heute sind mehr als 120 Behandlungen bekannt, die den „Fünf Säulen der Kneipp-Therapie“ zugeordnet
werden. Die Hydrotherapie basiert auf Wasseranwendungen und besteht hauptsächlich aus
kalt/warmen Wechselbädern oder -güssen. Dadurch werden die Gefäße trainiert und die Abwehrkräfte
des Körpers gesteigert. Einer kalt-warm-Behandlung folgt immer eine Regenerationsphase. Die
Hydrotherapie wird häufig mit der Phytotherapie kombiniert, da deren pflanzliche Wirkstoffe
als Badezusätze oder Inhalationen besonders wirksam sind. Zwei weitere bedeutende Prinzipien
sind die Ernährungs- und Bewegungstherapie. Durch regelmäßiges, moderates Ausdauertraining,
wie Wandern oder Schwimmen, werden die Muskeln und das Herz-Kreislaufsystem gestärkt. Zusammen
mit ausgewogener Ernährung durch fett- und zuckerarme Kost - viel Obst und Gemüse - kann der
menschliche Körper sich optimal regenerieren und seine frühere Leistungsfähigkeit zurückerlangen.
Ein Gewichtsverlust ist ein positiver Nebeneffekt, der sich entlastend auf Organe und Gelenke
auswirkt.
Eine wichtige Säule der Kneipp-Therapie stellt auch die so genannte Ordnungstherapie dar.
Sie richtet sich nach dem Biorhythmus des Körpers. Durch unterschiedliche Übungen, wie Yoga
oder autogenes Training können Selbstheilungskräfte forciert und eine innere Ausgeglichenheit
und Ruhe zurück erlangt werden.
Die Kneipp-Therapie wird als ganzheitliches Konzept gesehen, dessen Prinzipien eng miteinander
verwoben sind. Sie wirkt deutlich regenerierend und eignet sich besonders für Patienten mit
Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Gefäßerkrankungen oder Erschöpfungszuständen.
Zahlreiche Kureinrichtungen in der ganzen Schweiz bieten spezielle Kneipp-Kuren an.
Die Erkenntnisse der Kneipp-Therapie können sehr gut in das tägliche Leben übertragen werden.
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