Schröpfen

Schröpfen Das Schröpfen zählt zu den bekanntesten alternativen Heilmethoden und wird seit mehr als 5000 Jahren angewendet. Die traditionelle chinesische Medizin kombiniert dieses ausleitende Verfahren auch mit anderen Praktiken, u.a. die Akkupunktur.

In Europa ist das Schröpfen erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Es wird vorwiegend zum Lösen von Verspannungen sowie zur Schmerzreduktion bei Migräne oder auch Rheuma eingesetzt. Während der kurzen Sitzungen werden Schröpfbehälter - kleine Gläser - inwendig erhitzt und sofort auf die Haut im Bereich der so genannten segmentalen Reflexbögen des Oberkörpers gesetzt. Durch die Abkühlung der Luft entsteht ein Vakuum, das die Haut erwärmt, anhebt und in die Gläser zieht. Diese Behandlung soll den Fluss der körpereigenen Energien regulieren, die Durchblutung fördern und lokale Schmerzen lindern.

Moderne Schröpfgeräte arbeiten mit regulierbaren Vakuumpumpen, die aber weitaus weniger effektiv sind. Bei der Art des Schröpfens wird zwischen „trocken“ und „blutig“ unterschieden. Die Schröpfbehälter werden bei der „blutigen“ Variante auf eingeritzte Hautstellen gesetzt. Die kleinen Mengen austretenden Blutes sollen unerwünschte Schlacken und überschüssige Energien aus dem Körper transportieren.

Die "trockene" Variante regt den Energiefluss an. Das Aufsetzen der Schröpfbehälter erfolgt nur auf gesunder, trockener Haut. Die Behandlungen sind in der Regel schmerzarm. Nach dem Entfernen der Gläser bilden sich meist kleinere, ungefährliche Blutergüsse. Das Wärmegefühl dauert noch etwas an und wird überwiegend als entspannend empfunden. Das Schröpfen ist nicht für Patienten mit Hauterkrankungen, Störungen der Blutgerinnung oder Schwangere geeignet. Eine abgewandelte Form dieses natürlichen Heilverfahrens ist die Schröpfmassage. Dabei werden - durch das Ziehen von Schröpfgläsern über die eingeölten Hautpartien - die großen Muskelgruppen im Rückenbereich aufgelockert.

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