Spagyrik
Die Spagyrik ist eines der ältesten bekannten Naturheilverfahren.
Während des frühen Mittelalters wurde sie häufig der Alchemie gleichgestellt.
Das Wort Spagyrik wurde von dem berühmten Heiler Theophrast Bombast von Hohenheim
(Paracelsus) im 16. Jahrhundert geprägt. Der Begriff setzt sich aus den griechischen
Wörtern „spao" (trennen) und „agliro" (verbinden) und bezeichnet die spezielle
Herstellung von Tinkturen durch die Separierung und erneute Zusammenführung der heilkräftigen
Wirkstoffe aus Pflanzen.
Dabei geht die Spagyrik von der Annahme aus, dass jede stoffliche Substanz aus reinen
und giftigen Elementen besteht. Durch die Veredlung der reinen Substanzen entstehen
heilsame Tinkturen, welche die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und bei vielfältigen
Beschwerden - u.a. Magenprobleme, Erkältungen oder Depressionen - wirken sollen. Besonders
wichtig ist die Wiederherstellung der Einheit von Körper, Geist und Seele.
Die Herstellung der Tinkturen ist ein komplizierter, langwieriger Prozess, der in drei
Basisschritten ausgeführt wird. Die Heilkräuter werden vergoren, bis eine Destille aus
reinem Alkohol entsteht. Dieser wird mehrfach gefiltert. Danach werden die Reste der
Pflanzen verbrannt. Die aus der Asche gewonnenen mineralischen Stoffe werden gereinigt
und dem Alkohl wieder zugeführt. Die fertige Tinktur ist in der Regel hoch konzentriert.
Sie kann aus einer oder mehreren Pflanzensorten bestehen. Die Einnahme sollte nach
einem - mit dem Therapeuten abgestimmten - Plan erfolgen. Ergänzend zu den
spagyrischen Tinkturen werden häufig auch andere homöopathische Produkte verordnet.
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