Tantra
Die Philosophie des Tantra entstand ursprünglich in Indien und findet
dort bereits seit langer Zeit ihre Anwendung. Der Begriff Tantra stammt aus dem Sanskrit
und bedeutet übersetzt "Gewebe, Zusammenhang". Damit wird zum Ausdruck gebraucht, dass
sich bei Tantra die pure Energie mit dem menschlichen Bewusstsein vereint. Tantra wird
mit häufig mit den verschiedensten Bedeutungen verbunden, sehr häufig assoziiert man den
Begriff allerdings mit bestimmten, lang andauernden Sexpraktiken, die zu einem
unvergesslichen Höhepunkt führen sollen. Grundsätzlich hat Tantra jedoch nicht primär
etwas mit dem sexuellen Akt zu tun, obwohl Liebe und Vereinigung in des südöstlichen
Philosophien durchaus eine zentrale Rolle spielen. Durch den Begriff des weißen Tantra
wird daher zum Ausdruck gebracht, dass es sich hier um meditative Techniken handelt,
die zur Erreichung eines inneren Gleichgewichts herangezogen werden.
Das rote Tantra beschäftigt sich – wie die Farbe schon andeutet – primär mit der sexuellen Vereinigung. Im Tantrismus spielt das Hindu-Götterpaar Shakti und Shiva eine zentrale Rolle. Shakti ist die Göttin, die sprichwörtlich die Urenergie symbolisiert. Shiva, der Gott, steht für den Geist. Indem sich die beiden Götter vereinen, kommt es zu einer "Verwebung" von purer Energie mit dem reinen Bewusstsein. Tantra zielt daher durch die Anwendung meditativer Techniken darauf ab, beim Menschen ebenfalls diese Verbindung herzustellen, um dadurch die Vollkommenheit und pure Harmonie zu erfahren. Vollkommenheit und pure Harmonie kann daher sowohl in einer Liebesbeziehung durch Anwendung meditativer Sexualpraktiken erreicht werden. Im Buddhismus wiederum werden darunter religiöse Rituale verstanden, die dazu führen, dass sich die Geist und Körper in Harmonie verbinden und eins werden. Dabei geht es eher darum, die sexuelle Energie in göttliche Energie umzuwandeln. Durch die Meditation erreicht man einen Trancezustand, in dem es möglich wird, eine andere Bewusstseinsebene zu erlangen. Somit wird im Bereich des roten Tantras in dieser Phase der Geschlechtsverkehr praktiziert, da auch der Orgasmus dazu beitragen kann, die Grenzen des Wahrnehmbaren zu überschreiten. Somit stellt Tantra eine Philosophie dar, die sowohl im Liebesbereich, in der Religion als auch in anderen Lebensbereichen ihre Anwendung findet. Im Liebesbereich wird die Meditation durch Tantramassagen begleitet und endet in der Verschmelzung von Ying und Yang, der weiblichen und der männlichen Seite.
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